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//  FAQ - Häufige Fragen

Nachfolgend werden häufig gestellte Fragen abgehandelt, die im Umgang mit Ihrem PRO ACTIV Produkt und beim Kontakt mit dem Kostenträger entstehen können.
Bitte beachten Sie, dass die angegebenen Antworten lediglich Empfehlungen sind. Bei vielen Punkten ist eine Rücksprache mit Ihrem Fachhändler, Arzt, Orthopäden oder mit PRO ACTIV direkt erforderlich oder sinnvoll.

Mein Rollstuhl zieht immer zu einer Seite. Warum?

Maße bei Einstellung des Rollstuhls
  • Ein Grund kann unterschiedlicher Luftdruck in den Antriebsrädern sein. Der Rollstuhl zieht dann immer zu der Seite, wo weniger Luftdruck im Reifen ist. Die Reifen sollten in diesem Fall unbedingt mit einer Luftpumpe auf beiden Seiten auf den vorgegebenen Luftdruck aufgepumpt werden. Der vorgegebene Luftdruck für die angebotenen Bereifungen kann in der Baugruppentabelle ”Bereifungen” eingesehen werden.
  • Ein weiterer Grund könnte eine falsch eingestellte Antriebsradspur sein. Die Antriebsradspur muss genau stimmen, ansonsten läuft der Rollstuhl wesentlich schwerer und läuft in eine Richtung. Die Antriebsradspur kann folgendermaßen geprüft werden:
    • Stuhl auf eine ebene Fläche stellen. Räder fixieren z.B. mit Klötzen. Hier ist zu beachten, dass der Untergrund wirklich eben sein sollte und dies ist bei nur sehr wenigen Flächen der Fall. Am besten eignet sich ein stabiler Tisch. Böden sind nahezu nie eben genug. Bei PRO ACTIV werden schwere Marmorplatten verwendet.

    • 1. Abstand Rahmen-Rad kontrollieren
    • Beidseitig den Abstand zwischen Rahmen und Rad messen (im Bild Maß z).
    • Ist dieser Abstand rechts und links unterschiedlich, muss dies korrigiert werden (siehe Bedienungsanleitung).

    • 2. Abstand zwischen den Antriebsrädern kontrollieren
    • An jedem Reifen auf Achshöhe (im Bild Maß x) vorne und hinten eine Markierung setzen.
    • Abstände zwischen den beiden vorderen und den beiden hinteren Reifenmarkierungen (im Bild Maß y) auf Reifenmittelpunkt messen.
    • Der gemessene Abstand der beiden Antriebsräder (im Bild Maß y) sollte hinten genauso groß sein wie vorne.
    • Wenn diese Abstände gleich sind bzw. wenn sich die Abstände weniger als 5 mm unterscheiden, stimmt die Antriebsradspur.
    • Wenn die Abstände um mehr als 5 mm unterschiedlich sind, muss die Antriebsradspur eingestellt werden, siehe Bedienungsanleitung.
  • Bei einem Rollstuhl mit Radplatte kann ein Grund ein unterschiedlich eingestellter Kipppunkt rechts und links sein. Je nach Rollstuhl kann der Kipppunkt an der Skala auf der Radplatte abgelesen werden, siehe Bedienungsanleitung.
  • Weitere Gründe können sein:
    • Der Winkel des Lenkradlagerblocks ist falsch eingestellt.
    • Die Lenkradgabel ist durch eine überdurchschnittliche Beanspruchung verbogen.
    • Der Rahmen ist verzogen.
  • Dies kann folgendermaßen geprüft werden:
    • Stuhl auf eine ebene Fläche stellen. Hier ist wiederum zu beachten, dass der Untergrund wirklich eben sein sollte.
    • Ein Lenkrad nach vorne und eines nach hinten stellen und dann wechseln, d.h. das Lenkrad das vorher nach vorne gedreht war nun nach hinten und das das vorher nach hinten gedreht war nach vorne drehen.
    • Beides Male prüfen, ob eines der Lenkräder vom Boden abgehoben ist.
    • Wenn dies der Fall sein sollte, trifft einer der drei genannten Gründe zu. Dann sollte der Rollstuhl fachmännisch überprüft werden (beim Fachhandel oder bei PRO ACTIV).

Mein Rollstuhl quietscht oder knarrt. Wieso?

Rückengelenk
„Knarrgeräusche” entstehen durch minimale Bewegungen verspannter Aluminiumbauteile gegeneinander. Diese Bewegungen können bei verschraubten Baugruppen meist nicht vollständig vermieden werden, sie sind auch sicherheitstechnisch unbedenklich. Durch gezielte „Schmierung” kann man die störenden „Knarrgeräusche” beseitigen.
Außerdem sollten alle Verschraubungen auf richtiges Anzugsdrehmoment kontrolliert werden.

Mein Rollstuhl ist schwergängig. Wie kommt das?

Maße bei Einstellung des Rollstuhls
  • Ein Grund kann unterschiedlicher Luftdruck in den Antriebsrädern sein. Der Rollstuhl zieht dann immer zu der Seite, wo weniger Luftdruck im Reifen ist und ist wesentlich schwergängiger. Die Reifen sollten in diesem Fall unbedingt mit einer Luftpumpe auf beiden Seiten auf den vorgegebenen Luftdruck aufgepumpt werden. Der vorgegebene Luftdruck für die angebotenen Bereifungen kann in der Baugruppentabelle ”Bereifungen” eingesehen werden.
  • Ein anderer Grund kann viel Last auf den Lenkrädern durch passive Kipppunkteinstellung sein, wodurch viel Walkarbeit in der Lauffläche entsteht. Dann sollte entweder der Kipppunkt aktiver eingestellt werden (jedoch besteht dann auch eine erhöhte Kippgefahr, evtl. Kippstütze notwendig) oder es kann ein Lenkrad mit einer härteren Gummierung gewählt werden.
  • Ein weiterer Grund könnte eine falsch eingestellte Antriebsradspur sein. Die Antriebsradspur muss genau stimmen, ansonsten läuft der Rollstuhl wesentlich schwerer, es kommt zum erhöhten Reifenverschleiß und zur erhöhten Reibung. Die Antriebsradspur kann folgendermaßen geprüft werden:
    • Stuhl auf eine ebene Fläche stellen. Räder fixieren z.B. mit Klötzen. Hier ist zu beachten, dass der Untergrund wirklich eben sein sollte und dies ist bei nur sehr wenigen Flächen der Fall. Am besten eignet sich ein stabiler Tisch. Böden sind nahezu nie eben genug. Bei PRO ACTIV werden schwere Marmorplatten verwendet.

    • 1. Abstand Rahmen-Rad kontrollieren
    • Beidseitig den Abstand zwischen Rahmen und Rad messen (im Bild Maß z).
    • Ist dieser Abstand rechts und links unterschiedlich, muss dies korrigiert werden (siehe Bedienungsanleitung).

    • 2. Abstand zwischen den Antriebsrädern kontrollieren
    • An jedem Reifen auf Achshöhe (im Bild Maß x) vorne und hinten eine Markierung setzen.
    • Abstände zwischen den beiden vorderen und den beiden hinteren Reifenmarkierungen (im Bild Maß y) auf Reifenmittelpunkt messen.
    • Der gemessene Abstand der beiden Antriebsräder (im Bild Maß y) sollte hinten genauso groß sein wie vorne.
    • Wenn diese Abstände gleich sind bzw. wenn sich die Abstände weniger als 5 mm unterscheiden, stimmt die Antriebsradspur.
    • Wenn die Abstände um mehr als 5 mm unterschiedlich sind, muss die Antriebsradspur eingestellt werden, siehe Bedienungsanleitung.
  • Ein weiterer Grund können Haare oder Dreck an der Lenkradachse bzw. in den Lenkradlagern sein. Dann muss die Achse herausgenommen und Achse und Lager gereinigt werden, siehe Bedienungsanleitung.

Hinweis: Lenkräder drehen unbelastet nur schwer. Dies ist aber nicht der Grund für Schwergängigkeit des Rollstuhls, sondern ist ein Zeichen für hochwertig abgedichtete Lager. Die Ursache für die schwere Drehung der Lenkräder ohne Belastung ist die anfängliche Rigidität der verwendeten hochwertigen Neopren-Dichtringe an den Lenkradlagern (auch an den Antriebsradlagern). Dieser Effekt legt sich nach den ersten 5- 6 Wochen der Nutzung. Diese sehr hochwertigen Dichtungen sorgen für die Langlebigkeit des Lagers und damit auch des Rades.

Meine Lenkräder flattern. Wie kann das sein?

Lenkradflattern
Allgemein kann gesagt werden: Die Gefahr des Flatterns nimmt ab mit:
  • abnehmendem Lenkraddurchmesser.
  • abnehmendem Gewicht der Lenkräder.
  • steigender Belastung der Lenkräder.
  • größer werdendem Nachlauf der Lenkräder.
  • geringer werdender Geschwindigkeit.
Wenn also die Lenkräder flattern, liegt es am Lenkrad an sich (Größe und Gewicht), dessen Nachlauf oder an der Belastung auf den Lenkrädern. Mit steigender Geschwindigkeit nimmt das Flattern immer mehr zu.

Demnach kann das Lenkradflattern folgendermaßen reduziert werden:
1. Vergrößerung des Nachlaufs ohne Veränderung der Sitzhöhe vorne
  • Durch Einstellung der Lenkradlagerblöcke. Die Lenkradlagerblöcke sollten senkrecht zum Boden stehen. Wenn der Nachlauf noch weiter vergrößert werden soll, kann der Lenkradlagerblock an der unteren Kante noch etwas nach vorne geneigt werden. Ein großer Nachlauf ist vor allem bei großen und schweren Lenkrädern wichtig.
2. Lenkrad mit weniger Gewicht wählen
  • Das Lenkrad kann durch ein gleich großes aber leichteres Lenkrad getauscht werden.
3. Kleineres Lenkrad wählen
  • Das Flattern kann durch abnehmenden Lenkraddurchmesser reduziert werden. Somit könnte ein kleineres Lenkrad in eine entsprechend weiter unten liegende Position in der Lenkradgabel angebracht werden.
Ein weiterer Grund für verstärktes Lenkradflattern können ausgeschlagene Lenkradlager sein. In diesem Fall müssen die Lenkradlager getauscht werden.

Grundlageninformationen zum Flattern siehe Wiki.

Mein Greifring „klötert”/ es sind Raschelgeräusche im Greifring zu hören. Woher kommt das?

Der Grund ist Schweißgut, das sich nach dem Verschweißen der Greifringenden innen lösen.
  • Der Grund ist Schweißgut, das sich nach dem Verschweißen der Greifringenden innen lösen kann und sich dann im Greifring bewegt.
  • Eine Möglichkeit zur Behebung ist es, Kleber in die Ablauföffnung (an der zur Felge gerichteten Innenseite jedes Greifrings) zu geben. Bei noch flüssigem Zustand des Klebers den Greifring drehen. Dann werden lose Körper im flüssigen Kleber einfangen.

Warum sollte ich meine Greifringe nicht matt beschichten?

Eine glänzende Beschichtung ist in der Handhabung besser wie eine matte Beschichtung.
  • Beschichtete Greifringe sollten nie in „matt” beschichtet werden. Dies ist betreffend der Griffigkeit die denkbar schlechteste Oberfläche und wird von PRO ACTIV nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch durchgeführt, wir bitten deshalb um schriftliche Freigabe bzw. empfehlen die Änderung der Greifringbeschichtung.
  • Hintergrund: Aufgrund der rauen Oberfläche der matten Struktur kann sich die Hautoberfläche der Hand nicht auf der Oberfläche „festsaugen” und der Grip ist denkbar schlecht. Denn je glatter die Oberfläche ist, umso besser funktioniert der „Saugeffekt” der Haut und um so besser ist der Grip, vorausgesetzt die Hautoberfläche hat eine natürliche Feuchtigkeit und ist nicht ganz trocken.
  • Doch auch im Fall der trockenen Haut empfehlen wir keine matte Beschichtung, sondern metallische oder gummierte Oberflächen (Bsp. Ultra-Grip oder Dual-Grip).
Mögliche Greifringe siehe Baugruppentabelle ”Greifringe”.

Ich bekomme immer schwarze Hände beim Fahren. Warum?

Bei Aluminiumgreifringen kann der Grund für schwarze Hände die Beschädigung der Pulverbeschichtung/Eloxalschicht sein.
  • Ein Grund dafür kann Dreck sein, der durch statische Aufladung an den Greifringen anhaftet und in die Haut eindringt. Dann sollten die Greifringe häufiger gereinigt werden oder es sollte mit Handschuhen gefahren werden.
  • Bei Aluminiumgreifringen kann der Grund die Beschädigung der Pulverbeschichtung oder der Eloxalschicht sein. In diesem Fall ist ein Tausch oder eine Neubeschichtung des Greifrings erforderlich oder es kann mit Handschuhen gefahren werden.
  • In manchen Fällen findet auch eine Reaktion zwischen Hautschweiß und Bestandteilen des Edelstahl- oder sogar Titangreifrings statt. Dann kann versucht werden von Edelstahl auf Titan oder von Titan auf Edelstahl zu wechseln oder es kann mit Handschuhen gefahren werden.

Die Bremsbolzen meiner Kniehebelbremse schleifen an den Reifen. Wieso?

Zunächst sollte die Position der Bremse in der Bremsschiene geprüft werden.
  • Zunächst sollte die Position der Bremse in der Bremsschiene geprüft werden. Sollte die Position nicht stimmen, kann diese über die oberen Schrauben verstellt werden, siehe Bedienungsanleitung.
  • Nach längerem Gebrauch der Bremse über die Jahre kann sich die Schwergängigkeit der Bremse verstellen. D.h. es kann passieren, dass sich der Bremshebel selbsttätig bei Erschütterungen bewegt. In diesem Fall kann die Schwergängigkeit der Bremse nachgestellt werden, siehe Bedienungsanleitung.
  • Ein anderer Grund kann sein, dass sich der Kipppunkt des Rollstuhls auf einer Seite verstellt hat. Dann sollte der Kipppunkt beiderseitig wieder angepasst werden, siehe Bedienungsanleitung.

Die Antriebsradbereifung hat eine Unwucht. Was kann ich tun?

Inkorrekter Sitz des Schlauches in der Bereifung kann ein Grund für Unwucht sein.
  • Es gibt hauptsächlich zwei Gründe für dieses Problem: Kein korrekter Sitz des Schlauches in der Bereifung bzw. der Bereifung auf der Felge oder einen Reifenschaden.
  • Folgendermaßen kann vorgegangen werden: Zunächst Luft ablassen, dann korrekten Sitz des Schlauches in der Bereifung und korrekten Sitz der Bereifung auf der Felge kontrollieren, Ventil bei abgelassener Luft 90° zur Felge justieren und anschließend mit angegebenen max. Luftdruck aufpumpen. Dann folgt Kontrolle, ob eine Verbesserung erzielt wurde.
  • Wenn kein Erfolg verzeichnet wird, liegt höchstwahrscheinlich ein Reifendefekt vor. Dann sollte der Reifen fachmännisch geprüft und ggf. getauscht werden.

Meine Beine fallen auseinander (Froschhaltung). Was kann ich tun?

Froschaltung
  • Ein Grund kann eine zu gering eingestellte Unterschenkellänge sein. Durch den zu geringen Auflagedruck der Oberschenkel können die Beine nach außen fallen. In diesem Fall muss die Unterschenkellänge optimal eingestellt werden, ggf. müssen die Unterschenkeldistanzrohre getauscht werden.
  • Falls das nicht ausreichend entgegen wirkt, eventuell ein anderes Sitzkissen probieren (mit Einfräsung der Oberschenkelkontur) - dies aber nur in Absprache mit Ihrem Arzt, Fachhändler oder Orthopäden.

Beim Überfahren von Schwellen/ unebenem Untergrund entwickelt sich in meinen Beinen eine Streckspastik. Warum?

Streckspastik kann durch die Nachrüstung von Federgabeln vermindert werden.
  • In diesem Fall sind die Schläge/ Vibrationen, die durch das Fußbrett übertragen werden, so stark, dass sie eine Streckspastik auslösen. Eine Lösung wäre die Nachrüstung von Federgabeln.
  • Außerdem ist es oft hilfreich Last von den Lenkrädern zu nehmen durch eine aktivere Fahrwerkseinstellung. Hier muss aber beachtet werden, dass sich die Gefahr des Kippens erhöht, evtl. Kippstütze erforderlich!
  • Zum Fahren im Außenbereich kann der Lenkvorsatz FREEWAY verwendet werden. Durch das große Vorderrad sind Hindernisse, Schlaglöcher und Ähnliches einfach und ohne starke Schläge und Vibrationen überwindbar.

Ich rutsche immer wieder auf der Sitzfläche nach vorne. Woher kommt das?

Sitzgefälle kann erhöht werden.
Bei geringer Rumpfkontrolle kann man auf der Sitzfläche nach vorne rutschen. In diesem Fall könnten folgende Vorgehensweisen Verbesserung bringen:
  • Sitzgefälle erhöhen.
  • Einen Sicherheitsbeckengurt anbringen.
  • Physiologisches Wirbelsäulenprofil mit dem Anpassrücken nachbilden, ggf. ergonomische Rückenschale nachrüsten (Bitte fragen Sie in diesem Fall Ihren Arzt, Orthopäden oder Therapeuten nach Rat).
  • Ausstattung des Rollstuhls mit einem anderen Sitzkissen nach Absprache mit Ihrem Fachhändler, Arzt oder Therapeuten.

Bei Neigung zur Spastik kann folgende Empfehlung gegeben werden:
Spastik hemmende Sitzposition einstellen, i.d.R. Winkel in Hüfte, Knie und Sprunggelenk < 90° (also Sitzgefälle), aufrechte Rückenposition und Fußbrett nach vorne leicht ansteigend (Bitte fragen Sie in diesem Fall Ihren Arzt, Orthopäden oder Therapeuten nach Rat).

Mein Rollstuhl passt nicht. Wie konnte das passieren?

Wenn der Rollstuhl nicht passt, wurde er nicht korrekt ausgemessen/ausgestattet.
  • Der Rollstuhl wurde falsch ausgemessen und/ oder falsch ausgestattet. In diesem Fall wenden Sie sich bitte direkt an den PRO ACTIV Außendienst oder die PRO ACTIV Zentrale.
  • Um sich selbst mehr Wissen auf diesem Gebiet zu verschaffen, kann folgende Buchempfehlung gegeben werden: Susanne Bröxkes, Ute Herzog: Rollstuhlversorgung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ISBN 3-9809245-0-5.

Ich bin mehrmals trotz Kippstütze nach hinten umgefallen. Wie kann ich das verhindern?

Die Bodenfreiheit der Kippstütze sollte überprüft werden.
  • In diesem Fall könnte die Fahrwerkseinstellung in Richtung passiv verstellt werden. Dabei ist aber zu beachten, dass dann das Ankippen des Rollstuhls und damit auch die Hindernisüberwindung erschwert werden.
  • Um den Umgang mit dem Rollstuhl zu verbessern, kann eine Rollstuhlgebrauchsschulung beim Kostenträger beantragt werden. Diese wird bei manchen Rollstuhlsportgruppen gegen Vorlage eines Rezepts angeboten.
  • Ein Grund für das Umfallen trotz Kippstütze kann das zu späte Greifen der Kippstütze sein. Dann muss eine geringere Bodenfreiheit unter dem Kippstützenrad eingestellt werden (ca. 6 cm oder weniger).
  • Wenn die Kippstütze greift, aber das Kippen nach schräg hinten nicht verhindert, ist die Nachrüstung einer zweiten Kippstütze zu empfehlen.
  • Die fachmännische Überprüfung der Kippstütze ist in jedem Fall sinnvoll. Bitte wenden Sie sich dann an Ihren Fachhandel und direkt an PRO ACTIV.

Die Antriebsrad-Steckachsen verriegeln nicht. Wodurch?

Ein Grund kann die Verstellung der Verriegelungslänge sein.
  • Ein Grund kann die Verstellung der Verriegelungslänge sein. Dann muss sie wieder korrekt eingestellt werden, siehe Bedienungsanleitung.
  • Des Weiteren kann der Grund ein nicht mehr korrekter Lagerabstand der Antriebsradlager zueinander sein. In diesem Fall sollten die Antriebsräder vom Fachhandel oder von PRO ACTIV überprüft und wieder in Stand gesetzt werden.
  • Es kann auch an der Verschmutzung der Steckachse liegen. Dann sollte die Steckachse mit Reinigungsbenzin o.Ä. gereinigt und mit einem Tröpfchen Feinöl nachgeschmiert werden.
  • Die mechanische Beschädigung der Steckachse oder Antriebsradbuchse (verbogen, gestaucht, gestreckt) kann ebenfalls ein Grund für die nicht stattfindende Verriegelung der Steckachsen sein. Das entsprechende Bauteil muss dann ausgetauscht werden.

Die Lenkradgabel-Steckachsen lassen sich nicht mehr lösen. Und jetzt?

Lenkradgabel-Steckachsen
  • In diesem Fall ist die Steckachse verdreckt oder angerostet. Folgende Vorgehensweise wird empfohlen: Deckel des Lenkradlagerblocks abheben, oberes und unteres Lager satt mit Kriechöl einsprühen und nach Einwirkzeit Steckachse herausziehen.
    • Lässt sich die Steckachse herausziehen, müssen Achse und Lager gereinigt und nachgefettet werden.
    • Lässt sich die Steckachse nicht herausziehen, sollten Sie Ihren Fachhandel oder PRO ACTIV aufsuchen, damit das Problem behoben werden kann.
  • Zukünftig kann dieses Problem folgendermaßen vermieden werden: In regelmäßigen Abständen sollten die Lenkradgabeln herausgenommen und die Steckachse gereinigt und nachgefettet werden.

Die Gurte des Anpassrückens ziehen heraus oder halten nicht. Wieso?

Wenn die Gurte nicht doppelt durchgeschlauft sind, ziehen sich diese Gurte aus den Spannösen
  • Ein Grund kann sein, dass die Gurte nicht doppelt durchgeschlauft sind und aus den Spannösen ziehen. Dann muss die werksseitige Schlaufung wiederhergestellt und das gewünschte Profil angepasst werden.
  • Ein anderer Grund kann der Defekt der Öse sein. Dann muss von Ihrem Fachhandel oder von PRO ACTIV direkt eine neue Öse angebracht werden.

Meine Rückenlehne ist schief und steht auf einer Seite nach vorn/hinten. Was ist passiert?

Auf beiden Seiten sollte der Rastbolzen im gleichen Loch eingerastet sein.
  • Bei der Winkelverstellung des Rückens ist der Rastbolzen auf einer Seite in einem anderen „Loch” des Seitenblechs als auf der Gegenseite eingerastet. Auf beiden Seiten sollte der Rastbolzen im gleichen Loch eingerastet sein.

Mein Kind soll die Bremse am Rollstuhl nicht selbsttätig öffnen können. Was kann ich tun?

Folge Nach- bzw. Umrüstung kann empfohlen werden:
  • Betätigungsarretierung des Kniehebels nachrüsten
  • Kniehebelbremse für Begleitperson (Feststellfunktion) nachrüsten
  • Auf Trommelbremse (Betriebsbremse mit Feststellfunktion) umrüsten.
Nähere Informationen siehe ”Bremsen”.

Die Sitzbreite und Sitztiefe des Rollstuhls passt nicht mehr. Was muss ich tun?

Beim Buddy kann die Sitzbreite verändert werden.
  • Manche Rollstühle verfügen über einen mitwachsenden Rahmen. In diesem Fall kann durch Nutzung der vorhandenen Bohrungen oder durch Austausch von Teilen die Sitzbreite verändert werden. Auch die Sitztiefe kann bis zu bestimmten Maßen verändert werden.
  • Bei anderen Rollstühlen ist die Veränderung der Sitzbreite und -tiefe ggf. durch Austausch/ Ergänzung von Rollstuhlbaugruppen möglich. Hier ist eine individuelle Begutachtung notwendig.
  • Bitte fragen Sie zu diesem Thema bei Ihrem Fachhändler oder direkt bei PRO ACTIV an.

Kann ich mein NJ1 Bike mit einem BionX Antrieb aufrüsten?

Das Aufrüsten mit BionX Antrieb ist je nach Baujahr problemlos möglich.
Baujahr vor 2006:
  • Die Nachrüstung von NJ1 Bike`s der Baujahre vor 2006 macht unter wirtschaftlichen Erwägungen keinen Sinn, da Gabelholm und Gabelbrücken noch nicht dem aktuellen Stand entsprechen und somit nicht kompatibel sind. Weiter sind auch unter sicherheitstechnischen Aspekten Einschränkungen gegeben: Die bei diesen Bikes eingesetzten Scheibenbremsen werden nicht mehr hergestellt, auch wurde im Zuge der Weiterentwicklung der Bremsscheibendurchmesser auf 180mm vergrößert, die früher verbauten 160mm Bremsscheiben sind für den BionX Einsatz nicht freigegeben.
  • Bei einer Nachrüstung könnten somit nur noch wenige Bauteile verwendet werden, so dass es aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn macht eine Nachrüstung bei den Produkten der Baujahre vor 2006 vor zu nehmen, die Nachrüstung würde den Preis der Neuanschaffung auch aufgrund der Umbaukosten überschreiten.
  • Es muss weiter berücksichtigt werden, dass es sich empfiehlt beim BionX Adaptivbike das neue Adaptersystem „Quick-Snap” einzusetzen und auch die abschwenkbare Abstellständer Lösung erleichtert den Umgang mit dem ca. 7kg bis 10kg (mit Zusatzakku) schwereren Bike enorm.
  • Es empfiehlt sich somit ein neues Bike anzuschaffen und das vorhandene manuelle Bike ohne Zusatzantrieb weiter zu nutzen oder ev. zu veräußern, hier empfiehlt es sich das Bike unter „Handbike.de” im „ebay” oder z.B. in der Zeitschrift Handicap zu annoncieren.

  • Baujahr nach 2006:
  • Bei NJ1 Bike`s mit Baujahr ab 2006 ist die Zurüstung der elektrischen Unterstützung mit einem BionX Nachrüstsatz möglich.
  • Neben dem erforderlichen Nachrüstsatz ist die Umrüstung auf „Quick- Snap- Adapter” und die Umrüstung auf den abschwenkbaren Abstellständer zu klären.

Muss ich mit adaptiertem Adaptivbike/Zuggerät auf der Straße fahren?

Wenn ein Rollstuhlfahrer mit einem adaptierten Bike/Zuggerät auf dem Gehweg fährt, muss er sich den Fußgängern in der Geschwindigkeit anpassen.
Die Benutzung der Gehwege durch Fahrzeuge ist generell nicht erlaubt. Dies ergibt sich aus § 2 StVO „Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen?”. Nicht als Fahrzeug bezeichnet werden „besondere Fortbewegungsmittel”:

Ӥ24 StVo Besondere Fortbewegungsmittel
(1) Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates, Rollschuhe und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind nicht Fahrzeuge im Sinne dieser Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend.
(2) Mit Krankenfahrstühlen oder mit anderen in Absatz 1 genannten Rollstühlen darf dort, wo Fußgängerverkehr zulässig ist, gefahren werden, jedoch nur mit Schrittgeschwindigkeit.”

Nach diesem Text der StVo kann man von Folgendem ausgehen: Wenn ein Rollstuhlfahrer mit einem adaptierten Bike auf dem Gehweg fährt, muss er sich den Fußgängern in der Geschwindigkeit anpassen, also maximal 6 km/h, und rücksichtsvoll fahren. Sollte ein Rollstuhlfahrer mit seinem adaptierten Bike auf der Straße am Verkehr teilnehmen, muss sein Rollstuhl-Bike-Gespann entsprechend der StVo ausgestattet sein wie beispielsweise mit angebrachtem Licht.

Was muss beim Stellen eines Antrags an den Kostenträger zur Genehmigung des Rollstuhls beachtet werden?

Stellen eines Antrags an den Kostenträger zur Genehmigung des Rollstuhls
  • Rezept mit möglichst genauer Angabe zum Hilfsmittel (Bsp.: Aktiv-Starrrahmenrollstuhl „Speedy 4all” (Fa. PRO ACTIV) nach Maß, HMV-Nr. 18.50.03.0065) oder noch besser eine Verordnung, in der jede Aufpreis pflichtige Option angegeben und medizinisch begründet wird, von Arzt, Therapeut, Fachhandel oder PRO ACTIV Außendienst.
  • Begründung, die individuell auf die medizinische Notwendigkeit, die Wirtschaftlichkeit und die Erfüllung der Grundbedürfnisse eingeht, in Zusammenarbeit mit Arzt, Therapeut, Fachhandel oder PRO ACTIV Außendienst erstellen.
  • Einreichung von Rezept oder Verordnung + Begründung + Kostenvoranschlag + ggf. Erprobungsbericht durch das kompetente Sanitätshaus als Leistungserbringer beim Kostenträger.

Was bedeutet die Hilfsmittelnummer? Wie wichtig ist sie?

Die Hilfsmittelnummer wird von den Spitzenverbänden der Krankenkassen vergeben.
  • Die Hilfsmittelnummer wird von den Spitzenverbänden der Krankenkassen vergeben.
  • Sie beschreibt die Einsatzmöglichkeiten und den Zweck eines Hilfsmittels.
  • Sie ist nicht zwingend notwendig für die Kostenübernahme durch den Kostenträger. Aktuelle Rechtsprechungen zum Thema sind auf den einschlägigen Internetseiten zu ersehen:

www.hartmann-rechtsanwaelte.de
www.medizinrechts-beratungsnetz.de
www.budget.bmas.de
www.behindertenbeauftragte.de
www.budget-tour.de
www.budget.paritaet.org
www.bar-frankfurt.de
www.forsea.de
www.isl-ev.de
www.reha-support.de
 
 
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